Case Study

Jetzt Jugendhilfe.
Wenn aus einem neuen Auftritt
ein echter Anfang wird.

Ein Markenprozess für einen freien Träger der Jugendhilfe mit über 200 Mitarbeitenden. Entwickelt aus dem, was innen längst spürbar war: Menschlichkeit, Fachlichkeit, Nähe und der Mut, mit Menschen neu anzufangen.

MarkenstrategieMarkenkernCorporate DesignWebsiteBrand Day
01

Mehr als ein neues Logo

Am Ende sieht man ein neues Logo. Neue Farben. Eine neue Website. Eine Markenfibel. Ein Fahrzeug, das plötzlich wirkt, als gehöre es zu einer Organisation, die weiß, wohin sie fährt. Das wäre die kleine Geschichte.

Bei der Jetzt Jugendhilfe ging es nicht um Oberfläche. Es ging um Identität. Um die Frage, was eine Organisation trägt, die seit 20 Jahren mit Kindern, Jugendlichen und Familien arbeitet, deren Wege selten gerade verlaufen. Und um die Frage, wie diese Haltung sichtbar wird, nach innen wie nach außen.

Gute soziale Arbeit wird im Stillen geleistet. In Gesprächen, die keiner sieht. In Krisen, die nicht auf Instagram stattfinden. In Momenten, in denen jemand bleibt, obwohl Weitergehen einfacher wäre. Unsere Aufgabe war nicht, diese Substanz zu dekorieren. Sondern sie freizulegen.

Jetzt Jugendhilfe Plakat: Du veränderst nicht die Welt. Aber eine Welt. Jeden Tag.
02

Die Ausgangslage. Viel Substanz, zu wenig gemeinsames Bild.

Die Jetzt Jugendhilfe war keine Organisation ohne Identität. Im Gegenteil. Intern war reichlich vorhanden, was starke Marken brauchen: Nähe, Flexibilität, Fachlichkeit, schnelle Reaktion, ein familiäres Miteinander. Menschen, die Verantwortung übernehmen statt nur Dienst zu machen.

Je stärker eine Organisation wächst, desto größer die Gefahr, dass Identität auseinanderläuft. Was früher über persönliche Nähe funktionierte, braucht irgendwann Struktur. Was im Alltag selbstverständlich gelebt wird, muss für neue Mitarbeitende, Jugendämter, Eltern und Öffentlichkeit verständlich werden.

Die Organisation war weiter als ihr Auftritt. Das ist der Markenmoment: wenn das Innen stärker ist als das Außen.

03

Die strategische Aufgabe. Sichtbar machen, was schon trägt.

Markenentwicklung in der Jugendhilfe ist kein Kosmetikthema. Sie entscheidet mit, ob eine Organisation verstanden wird. Von Jugendämtern. Von Eltern. Von Bewerberinnen und Bewerbern. Von Mitarbeitenden. Von einem Umfeld, das oft nur Ausschnitte sieht und daraus Urteile bildet.

Der Prozess musste mehr leisten als ein neues Corporate Design. Er musste eine Brücke schlagen: von der gewachsenen Organisation zur klar geführten Marke. Von gelebter Kultur zu sichtbarer Kommunikation. Von vielen einzelnen Eindrücken zu einem gemeinsamen Bild.

Jetzt musste nicht neu erfunden werden. Jetzt musste erkennbar werden.

04

Der Prozess. Erst zuhören, dann verdichten, dann gestalten.

Wir haben nicht mit Logos begonnen. Wir haben mit Fragen begonnen. Was macht Jetzt stark? Was verbindet die Menschen im Alltag? Wo entsteht Stolz, wo Reibung? Was muss sich verändern, damit nach außen ankommt, was innen längst spürbar ist?

Der Weg bestand aus mehreren Bausteinen: Mitarbeiterbefragung, Workshops, Wettbewerbs- und Umfeldanalyse, strategische Markenverdichtung, Entwicklung des Markenkerns, Corporate Design, Website-Konzeption, Markenfibel, Social-Media-System sowie Brand Day und interne Aktivierung.

Eine Marke entsteht nicht, weil man ein Logo präsentiert. Eine Marke entsteht, wenn Menschen erkennen: Das hat etwas mit uns zu tun.

Workshop-Situation beim Brand Day von Jetzt Jugendhilfe: gemeinsames Arbeiten am Jetzt-Puzzle
Brand Day

Gemeinsam am „Jetzt“ puzzeln.

Beim Brand Day wurde die neue Marke nicht präsentiert, sondern erlebbar gemacht – Stück für Stück, gemeinsam mit den Menschen, die sie jeden Tag tragen.

05

Die Mitarbeiterbefragung. Alles beginnt mit einem ehrlichen Blick.

Die Befragung war kein Anhängsel. Sie war das strategische Fundament. Wer eine Organisation glaubwürdig zeigen will, muss zuerst verstehen, wie sie von innen erlebt wird. Was verbindet die Mitarbeitenden mit Jetzt? Was macht sie stolz? Was fehlt? Welche Spannungen gehören zur Wahrheit?

Die Antworten zeichneten ein starkes Bild. Aber kein glattgebügeltes. Nähe, Stolz und Kritik lagen dicht beieinander. Viel Zustimmung zu Hilfsbereitschaft, Verlässlichkeit, familiärem Umgang, dem Gefühl, gesehen zu werden. Daneben der Wunsch nach mehr Miteinander, nach mehr Wertschätzung.

Ein guter Spiegel schmeichelt nicht. Er zeigt, was da ist. Auch das, was man nicht sofort auf eine Bühne stellt.

Der Markenkern

„Jetzt ist
der Anfang.

Einfach. Aber nicht klein. Die innere Logik dahinter macht ihn tragfähig: Wir sind nicht das Ziel. Wir sind nicht das Happy End. Aber wir können der Anfang sein.

Genau deshalb ist der Satz für alle Zielgruppen anschlussfähig. Für Kinder und Jugendliche heißt er: Es darf neu beginnen, auch wenn vorher vieles schwer war. Für Familien: Es gibt Unterstützung, ohne vorschnelles Urteil. Für Mitarbeitende: Ihre Arbeit ist oft der erste echte Schritt in eine neue Richtung. Für Jugendämter: Hier ist ein Träger, der erreichbar bleibt und nicht verschwindet, wenn es kompliziert wird.

„Stellen Sie sich vor, jemand vom Jugendamt steht am Freitagabend vor einem kritischen Fall. 17 Uhr. Die Telefonliste ist lang, aber eine Nummer geht ran. Und löst. Das ist Jetzt.“

Der Markenkern funktioniert, weil er kein Happy End verspricht. Er behauptet nicht, dass alles sofort gut wird. Er verspricht einen Anfang. Und manchmal ist das in der Jugendhilfe die ehrlichere, stärkere, menschlichere Botschaft.

Kampagne

„Jetzt ist der Anfang.“

Der Markenkern als Plakat – klar, warm und einladend. Ein Satz, der Haltung zeigt und zugleich Mut macht, jeden Tag neu anzufangen.

Jetzt Jugendhilfe Plakat: Jetzt ist der Anfang.
Film

Jetzt Jugendhilfe. Der Hauptfilm.

06

Die fünf Grundsätze. Aus Haltung wird ein überprüfbarer Maßstab.

Ein Markenkern bleibt eine Behauptung, solange er sich nicht im Alltag überprüfen lässt. Deshalb wurde die Haltung von Jetzt in fünf Grundsätze übersetzt. Kein Poster für die Wand, sondern ein Maßstab, an dem Teams ihr eigenes Handeln messen können.

1

Wir begegnen Menschen auf Augenhöhe.

Klar, offen, ohne vorschnelle Bewertung. Niemand soll sich bei Jetzt kleiner fühlen, als er ohnehin schon gemacht wurde.

2

Wir bleiben verlässlich.

Gerade dann, wenn es schwierig wird. Wer sich auf Jetzt verlässt, soll nicht ins Leere greifen.

3

Wir entwickeln uns weiter.

Wir bewahren, was trägt. Und verändern, was nicht mehr hilft.

4

Wir arbeiten fachlich und menschlich.

Wärme braucht Substanz, Fachlichkeit braucht Haltung. Gute Jugendhilfe braucht Herz. Aber Herz ohne Fachlichkeit wird schnell gefährlich.

5

Wir denken über den Moment hinaus.

Was wir beginnen, soll tragen. Ein Anfang zählt erst richtig, wenn er weiterträgt.

Plakatserie der Jetzt Jugendhilfe mit Markenbotschaften
07

Das Corporate Design. Eine Form für eine Haltung.

Nicht lauter, klarer.

Aus der Strategie entstand ein neues Erscheinungsbild. Nicht beliebig freundlich, eigenständig. Nicht sozialpädagogisch weichgespült, sondern menschlich, zugänglich, professionell. Logo, Farbwelt, Typografie, Gestaltungselemente und Bildsprache wurden so entwickelt, dass sie im Alltag funktionieren.

Die Wort-Bildmarke.

Die neue Wort-Bildmarke verbindet Sprache mit Symbol und gibt dem Namen Jetzt eine Form. Sie steht für Dialog, Nähe, Offenheit und den Weg, den Jetzt mit jungen Menschen geht: nicht immer gerade, nicht immer einfach, aber gemeinsam.

Ein System, das entlastet.

Ein gutes Designsystem sorgt dafür, dass nicht jedes Plakat und jeder Post von vorn gedacht werden muss. Es macht Qualität wiederholbar. Und Wiederholbarkeit ist in der Markenführung keine Langeweile. Sie ist Vertrauen.

Einblicke

Wenn Haltung greifbar wird

Eine neue Marke wird nicht nur kognitiv verstanden. Sie muss auch körperlich ankommen. Auf Papier, auf Stoff, auf Displays, auf Fahrzeugen, im Raum.

Jetzt Jugendhilfe Stofftasche mit Markendesign
Markenfibel „Jetzt. Unser Kompass.“ in den Händen
Rollup-Banner: Jetzt ist der Anfang.
Markenfibel der Jetzt Jugendhilfe aufgeschlagen
08

Werkzeuge, keine PDFs für die Schublade.

Die Markenfibel: „Jetzt. Unser Kompass.“

Eine Markenfibel ist nur sinnvoll, wenn sie genutzt wird. Die Fibel trägt einen Namen, der Programm ist. Sie gibt Orientierung: Wie spricht Jetzt? Wie sieht Jetzt aus? Wie fühlt sich Jetzt an? Wie bleibt die Marke wiedererkennbar, auch wenn viele Menschen mit ihr arbeiten?

„Dieser Kompass ist kein Regelheft für die Schublade. Er beschreibt, was uns bei Jetzt verbindet.“

Die Website: Aus Struktur wird Zugang.

In der Jugendhilfe ist eine Website kein hübsches Schaufenster. Sie ist oft der erste Moment von Vertrauen. Jemand sucht Hilfe. Ein Jugendamt prüft, ob ein Träger passt. Eine Fachkraft überlegt, ob sie sich bewirbt. Eltern wollen verstehen, wer mit ihrer Familie arbeitet.

Eine gute Website muss deshalb mehr leisten als informieren. Sie muss sortieren, beruhigen, erklären, einladen. Der Anspruch war kein einfacher Relaunch. Der Anspruch war ein digitaler Zugang zur Organisation.

Social Media: Sichtbarkeit braucht System.

Jetzt hatte Geschichten. Viele. Aber Geschichten wirken nur, wenn sie erzählt werden. Deshalb gehörte ein redaktionelles System mit Themen, Zuständigkeiten, Formaten und wiederkehrenden Erzählräumen zum Prozess. Kein bunter Content-Kalender, der nach drei Wochen einschläft.

09

Der Brand Day. Der Moment, in dem Marke gemeinsam wurde.

Der Brand Day war der Tag, an dem aus Strategie ein gemeinsamer Bezugspunkt wurde. Keine nüchterne Designpräsentation, sondern ein Moment, in dem die Organisation sehen konnte: Das hat mit uns zu tun.

Die Ergebnisse der Befragung wurden vorgestellt. Der Markenkern erklärt. Das neue Erscheinungsbild sichtbar. Die Website gezeigt, die Markenprodukte erlebbar. Der Prozess bekam ein Gesicht.

Nicht: „Hier ist euer neues Logo.“ Sondern: „Das sind wir. Und jetzt sieht man es auch.“

Brand Day der Jetzt Jugendhilfe: Präsentation vor den Mitarbeitenden
Mitarbeiterin mit Jetzt-Jugendhilfe-Tasche beim Brand Day
Verhülltes Fahrzeug vor dem Brand-Day-Veranstaltungsort
Markenfibel „Jetzt. Unser Kompass.“ in den Händen eines Mitarbeiters
Applaudierendes Publikum beim Brand Day der Jetzt Jugendhilfe
Hände beim Zusammensetzen des Jetzt-Puzzles auf dem Brand Day
Fröhliche Gruppe von Mitarbeitenden der Jetzt Jugendhilfe beim Brand Day
10

Das Ergebnis. Sichtbarkeit für das, was längst da war.

Am Ende stand kein völlig neues Jetzt. Das wäre falsch gewesen. Am Ende stand ein klareres Jetzt. Eine Organisation, die sich besser erzählen kann, nach außen sichtbarer wird und intern mehr Orientierung bietet.

Klarer Markenkern: „Jetzt ist der Anfang.“

Fünf überprüfbare Grundsätze für den Alltag

Neues Corporate Design und Wort-Bildmarke

Markenfibel „Jetzt. Unser Kompass.“ als Orientierungssystem

Neue Website als digitaler Zugang zur Organisation

Social-Media- und Redaktionssystem

Klarere Leistungsstruktur für ein breites Angebot

Brand Day zur internen Verankerung

Das wichtigste Ergebnis ist weniger sichtbar: Jetzt hat Sprache für das bekommen, was vorher nur gespürt wurde.

Stimmen

Was die Organisation selbst dazu sagt.

Markus Sting, Gründer und Geschäftsführer der Jetzt Jugendhilfe

„Wichtig war mir, dass Frank mit Haltwerk nicht von außen eine Marke über Jetzt gelegt hat. Er hat genau hingehört, nachgefragt und verstanden, was diese Organisation über 20 Jahre getragen hat. Der neue Auftritt zeigt nichts Fremdes, sondern das, was längst da war. Nur klarer, sichtbarer, professioneller.“

Markus Sting

Gründer und Geschäftsführer, Jetzt Jugendhilfe

Simon Terweiden, Geschäftsführer der Jetzt Jugendhilfe

„Die Zusammenarbeit war für uns weit mehr als ein Designprozess. Frank hat uns sauber durch die zentralen Fragen geführt. Besonders wertvoll war, dass aus Analyse, Befragung, Workshops, Strategie, Design und Website ein zusammenhängender Prozess wurde. Entstanden ist ein Auftritt, der uns Orientierung gibt.“

Simon Terweiden

Geschäftsführer, Jetzt Jugendhilfe

Zwei Perspektiven, ein Befund: Die Marke wurde nicht erfunden. Sie wurde freigelegt.

„Begegnen. Begleiten. Zukunft geben. Jetzt ist der Anfang. Und manchmal beginnt damit zum ersten Mal etwas Ehrliches.“

Dieser Case zeigt nicht, wie man einem Träger ein neues Design gibt. Er zeigt, was passiert, wenn eine Organisation bereit ist, ehrlich auf sich selbst zu schauen.

Auch Ihre Organisation ist stärker, als ihr Auftritt zeigt?

Viele Markenprobleme sind keine Designprobleme. Sie sind ungeklärte Identitätsfragen. Haltwerk hilft Organisationen, diese Fragen zu klären. Mit Analyse, Mitarbeiterbeteiligung, Markenstrategie, Design, Website und Kommunikation, die nicht nur gut aussieht, sondern trägt.